Kolkata Challenge

Kein Happy End für rot-weiß-rot! Nemecz verpasst den Sieg in Indien denkbar knapp. Steinlechner fehlt ein Schlag aufs Playoff 

HotelPlanner Tour – 13.- 16. März | Royal Calcutta Golf Club, Kolkata/Indien 

Die HotelPlanner Tour macht diese und nächste Woche Halt in Indien, wo gemeinsam mit der Professional Golf Tour of India (PGTI) zwei Turniere ausgetragen werden. Den Auftakt nach einer vierwöchigen Turnierpause macht die Kolkata Challenge im altehrwürdigen Royal Calcutta Golf Club, dem ältesten Golf Club außerhalb Großbritanniens (gegründet 1829), der vor zwölf Monaten seine Premiere auf der CT-Tour feierte. Das Feld besteht somit aus Spielern beider Touren, die sich im Vorjahr ein tolles Match um den Sieg lieferten. Mit von der Partie war 2024 Maximilian Steinlechner (T51), der heuer mit viel Selbstvertrauen anreist und an die bisher gezeigten Leistungen im Jahr 2025 anknüpfen will (Hier mehr über den Tiroler). Für Lukas Nemecz ist der Platz Neuland. In den letzten beiden Jahren teete er seinen Ball aber im Rahmen der DP World Tour in Indien auf. Zwei geschaffte Cuts stehen dabei zu Buche. Entscheidender ist aber natürlich die aktuelle Form: Er reist mit einem guten 20. Platz vom DP-Turnier in Kenia im Gepäck an und will nun das erste Spitzenergebnis eine Stufe darunter einfahren.   

Kein Happy End für rot-weiß-rot! Nemecz verpasst den Sieg in Indien denkbar knapp. Steinlechner fehlt ein Schlag aufs Playoff 

Beinahe wäre die Kolkata Challenge im geschichtsträchtigen Royal Calcutta GC in die österreichische Golf-Historie als Sternstunde eingegangen. Lukas Nemecz und Maximilian Steinlechner spielen in der brütenden indischen Hitze groß auf, können ihren Leistungen am Ende aber nicht die Krone aufsetzen.  

Nemecz kann auf der 72. und letzten Spielbahn den entscheidenden Par-Putt nicht versenken und muss ins Vier-Mann-Playoff, wo er sich am zweiten Extraloch dem erst 19-jährigen Engländer Joshua Barry geschlagen geben muss. Steinlechner verliert hingegen in der Finalrunde mit einem Doppelbogey kurz den Anschluss an die Spitze, und kann die Lücke trotz passender Antwort nicht mehr ganz schließen. Somit muss Österreich weiter auf einen Sieg auf der ehemaligen Challenge Tour warten. Zuletzt konnte Martin Wiegele im Jahr 2017 einen Titelgewinn auf der zweiten europäischen Ebene feiern.  

Auch wenn der Abschluss einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, machen die gezeigten Leistungen der beiden Profis Lust auf mehr. Denn Nemecz und Steinlechner spielen von Anfang an um den Titel mit. Der Steirer Nemecz greift mit einer 67 (-5) in Runde eins nach dem Podium, und lässt es im gesamten Turnierverlauf nicht aus den Augen. Nach zwei weiteren mehr als nur soliden Runden (70/68) geht er mit nur einem Schlag Rückstand auf den späteren Sieger bei -11 im letzten Flight in die Finalrunde.  

Dank drei fast fehlerlosen Runden in den 60igern (69/68/68), mit nur einem Bogey an Tag eins, hält sein Tiroler Landsmann gut mit und bringt sich bei -10 ebenfalls in eine ausgezeichnete Siegposition vor dem Schlusstag. Das Duo nimmt folglich gemeinsam mit ihrem englischen Kontrahenten um den Sieg die entscheidenden 18 Löcher in Angriff.  

Auf und Ab der Gefühle 

Was folgt ist ein Herzschlagfinale bei weiterhin brütender Hitze mit einem Auf und Ab der Gefühle. Während Steinlechner mit einem Birdie auf Loch 1 sofort den Abstand wettmacht, bringt sich Nemecz mit zwei Birdies bei einem Bogey auf den ersten fünf Löchern in die Pole Position. Denn der Engländer, der an Tag zwei mit einer blitzsauberen 62 (-10) noch für einen neuen Platzrekord gesorgt hat, leistet sich auf den ersten neun Löchern zwei Bogeys und gerät ins Hintertreffen.  

Aber auch die beiden Österreicher haben mit dem Druck und der schweißtreibenden Herausforderung zu kämpfen. Die Konzentration auf Dauer hochzuhalten ist an diesem Finaltag die große Challenge. Steinlechner verringert seine Chancen mit einem Bogey kurz vor dem Turn und einem bitteren Doppelbogey kurz danach, schlägt mit zwei Birdies auf den nächsten vier Löchern aber wieder zurück. Die Lücke von einem Schlag bleibt aber noch bestehen. Nemecz muss seinerseits zwei Schlagverluste notieren und hält die Konkurrenten damit im Spiel.  

Auf dem Par 5 von Loch 15 nimmt das Trio jeweils das Birdie mit, somit geht es wie gehabt auf die finalen Spielbahnen. Den knappen Vorsprung erspielt sich Nemecz mit einem weiteren Birdie auf Loch 16. Nach einem Abschlag Mitte 18. Bahn – Nemecz trifft in der Finalrunde jedes Fairway – und einer Annäherung elf Meter an den Stock schaut der 35-jährige schon wie der sichere Sieger aus. Doch mit dem Zitterhändchen unterläuft ihm ein folgenschwerer Drei-Putt. Der Par-Putt aus etwas mehr als einem Meter lippt leider aus. 

Währenddessen warten Andreas Halvorsen und Om Prakash Chouhan schon bei -11 im Clubhaus. Zu viert gehen sie folglich ins Playoff um den Sieg. Steinlechner reiht sich mit einem Schlag Rückstand auf Rang 5 (-10) ein. Im Playoff verabschiedet sich zunächst der Inder Chouhan auf dem ersten Extraloch per Bogey. Beim zweiten Versuch ist es schließlich Barry, der die Konkurrenz mit einem gelochten Birdie-Putt in Schockstarre versetzt. Ein bitterer Beigeschmack bleibt für Nemecz zurück, dennoch kann er mit seinem Auftritt und Platz T2, wie sein Tiroler Landsmann, sehr zufrieden sein. Im Jahresranking geht es für das Duo ebenfalls steil nach oben. Nemecz (+66 Plätze) rangiert nun auf Rang 9, Steinlechner (+20 Plätze) folgt auf Rang 12. 

Gute Nachrichten gibt es übrigens auch für das HotelPanner Tour Turnier in Österreich. Der Austragungsort ist allerdings neu. Nach langen Verhandlungen wurde die Interwetten Open im GC Schladming Dachstein heute final bestätigt. Mehr Infos finden Sie hier

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