Nexo Championship 2025

DP World Tour – 7.-10. August | Trump International Golf Links, Aberdeen/Schottland 

Steinlechner kann als einziger Österreicher die herausfordernden Links bezwingen  

Maximilian Steinlechner hat seinen Status als aktuelle heimische Nummer zwei in der Golfwelt untermauert und sich auf den herausfordernden Links im Trump International als einziger heimischer Golfer ins Wochenende gespielt. Zwar kann der Tiroler keine Runde unter Par ins Ziel bringen, insgesamt liegen nach vier Runden aber auch nur neun Spieler im roten Bereich. Was die Herausforderung auf den welligen Fairways und Grüns – zudem spielt der unberechenbare Wind eine Rolle – eindrucksvoll unterstreicht.  

Zum Auftakt liefert Steinlechner eine 74 (+2) ab und schafft sich damit eine gute Ausgangsposition für den Cut. Mit einer Even-Par-72 in Runde zwei stemmt er diese Hürde locker. Am Moving Day gehört seine 73 (+1) zu den besten 20 Runden des Tages. Damit nähert er sich den Top 20 an und geht aus Lauerstellung in den Schlusstag. Ein frühes Birdie bleibt aber der einzige rote Eintrag in der Finalrunde. Ein Bogey-Doppelpack kurz vor dem Turn und zwei weitere Schlagverluste auf den letzten drei Löchern werfen ihn schließlich noch aus den Top 40. Mit der 75 (+3) wird er 42. (+6)

Die restlichen Österreicher können nicht überzeugen. Matthias Schwab fehlt nach Runden von 76 und 73 Schlägen nur ein Schlag, um zum fünften Mal heuer ins Wochenende zu cutten. Das lange Spiel läuft dabei gut, mit dem Putter in der Hand lässt der Steirer im Vergleich zur Konkurrenz aber einiges liegen. Bernd Wiesberger bringt Runden von 76 und 75 Schlägen zum Scoring. In Runde eins ist es ein Negativlauf mit vier Bogeys in Folge, der ihm um ein besseres Ergebnis bringt. In Runde zwei kosten ihm nach dem Start auf Loch 10 die ersten vier Löchern vier Schläge. Damit bekommt eine Aufholjagd früh einen Dämpfer. Ihm fehlen drei Schläge auf den Cut.  

Lukas Nemecz erlebt hingegen eine Achterbahnfahrt. In Runde eins lässt ihn sein komplettes Repertoire im Stich. Am Ende steht eine 83 (+11) zu Buche. Der Wochenendeinzug ist damit in sehr weiter Ferne. Tags darauf zeigt der Steirer hingegen sein Können auf den Links und notiert gleich sieben Birdies, muss allerdings auch vier weitere Bogeys hinehmen. Damit geht sich mit einer 69 (-3) zwar eine der besten Runden aus, mehr als eine Auffrischung des Selbstvertrauens ist aber nicht mehr möglich.  

Nexo Championship 2025 

Leaderboard

Turniervorschau

Nach der dritten Auflage der Staysure PGA Seniors Championship der Legends Tour vergangene Woche macht nun die DP World Tour mit der Nexo Championship erstmals Station auf den Trump International Golf Links. Der prestigeträchtige Kurs an der Nordostküste Schottlands, entworfen von Martin Hawtree und seit 2012 bespielbar, ist ein moderner Links-Kurs – mit all den Tücken und Herausforderungen. 

Vor allem der starke Wind, in der Vorbereitung musste der Platz sogar evakuiert werden, ist ein entscheidender Faktor und zwingt die Spieler dazu ihr Spiel den Gegebenheiten anzupassen. Was für die Zuschauer ein Spektakel verspricht, ist für die Profis eine Gratwanderung zwischen Cleverness und Risiko.  

Am Start sind gleich vier Österreicher am Start – aber mit ganz unterschiedlichen Vorzeichen. Routinier Bernd Wiesberger ist heuer für seine Verhältnisse wenig erfolgreich. Zwar landete er zumeist im Cut, Spitzenergebnisse sucht man aber mit der Lupe. Zuletzt verpasste er zudem drei Cuts in Serie, darunter bei der Scottish Open, einst Schauplatz einer seiner größten Triumphe. Nach der Wettkampfpause seit Mitte Juli kehrt er nun zurück – mit dem Ziel, die Saison wieder in die Spur zu bringen, bevor die Tourkarte für 2026 endgültig in Gefahr gerät. 

Noch schwieriger gestaltet sich das Jahr für Tourspieler Matthias Schwab. Nur vier geschaffte Cuts bei 19 Starts, darunter ein bestes Saisonresultat mit Platz 36 – klar zu wenig für seine Ansprüche. Im Race to Dubai rangiert er mittlerweile außerhalb der Top 200, und somit sogar hinter den beiden nicht voll spielberechtigten Landsleuten Lukas Nemecz und Maximilian Steinlechner. Er braucht somit endlich den ersehnten Befreiungsschlag. 

Konträr die Situation bei Steinlechner. Kein anderer österreichischer Golfer hat sich in den letzten Monaten in Europa so in den Vordergrund gespielt wie der Tiroler. Zwei Turniersiege im Jahr 2025 – zunächst zu Saisonbeginn auf der Sunshine Tour, zuletzt beim Heimspiel der HotelPlanner Tour in Schladming – unterstreichen seinen Vormarsch eindrucksvoll. Zudem war er beim Heimturnier der DP World Tour in Salzburg bester Österreicher. Dank konstant starken Leistungen liegt er aktuell auf Platz drei der Jahreswertung der HotelPlanner Tour und hat somit den Aufstieg so gut wie fix. Auch im internationalen Vergleich macht Steinlechner Boden gut: In der Weltrangliste ist er der zweitbeste Österreicher. Bei der Generalprobe in Schottland letzte Woche hat er hingegen knapp den Cut verpasst. 

Lukas Nemecz ging einen anderen Weg: Er ließ die letzte Station der HotelPlanner Tour aus, um sich mit Training intensiv auf die restliche Saison vorzubereiten – vor allem das Eisenspiel stand im Fokus. Mit bereits drei Top-20-Ergebnissen auf der DP World Tour in dieser Saison hat Nemecz aber auch zuvor gezeigt, dass er auf der großen europäischen Bühne gut mithalten kann – auch ohne volle Tourkarte.