
The Players Championship
PGA Tour – 13.-16. März | TPC Sawgrass, Ponte Vedra Beach/Florida
The Players Championship, das sogenannte fünfte Major und gleichzeitig das Flagship Event der PGA Tour, steht unmittelbar bevor. Selten war das Turnier derart mit Spannung erwartet. Dazu gibt es auch Grund genug: Scottie Scheffler hat letztes Jahr beim 50-jährigen Jubiläum als erster Golfer die Schallmauer durchbrochen und den Titel erfolgreich verteidigt. Bei einem Turnier, das nur sechs Golfer in der Turniergeschichte mehr als einmal gewonnen haben. Aber im TPC Sawgrass noch keiner öfter als zweimal. Zumindest bisher. Und mit Sepp Straka wird erstmals ein Österreicher zum engsten Favoritenkreis gezählt. Mehr hierzu später.
Im Vorfeld der heurigen Austragung wurde der Platz sozusagen einem „Scheffler-tauglichen” Facelift unterzogen. Zunächst einmal ist der Platz mit 7.352 Yards (6723 Meter) insgesamt 77 Yards länger. Nur zwei Löcher (15 und 18) haben auf der Scorekarte die gleiche Länge wie im Vorjahr. Auf Loch Nummer 6, seit die berühmte Eiche – die den Abschlag stark beeinflusste – Ende 2014 entfernt wurde eines der einfachsten Par 4-Löcher, wurde heuer ein neuer gewaltiger Baum ins Spiel gebracht. Insgesamt ist anzunehmen, dass der Scoring-Average heuer dementsprechend ansteigen wird.
Einer, der dank seinem Spiel damit gut zurechtkommen sollte und sich als Führender im FedExCup noch dazu in ausgezeichneter Form befindet, ist Sepp Straka. Ein Sieg, drei Top-10-Platzierungen und sechs Top-15-Platzierungen im Jahr 2025 sind eine nicht zu bietende Ausbeute. Im TPC Sawgrass hat der Österreicher, im Gegensatz zum ebenso schweren Platz der Vorwoche in Bay Hill, eine bereits beachtliche Vita mit einem T9 (2022) als bestes Ergebnis (neben einem weiteren Top-15-Platz).
Straka spielt wie gewohnt vorne mit, ins Rennen um den Titel kann er aber nicht eingreifen. Einen neuen Rekord stellt er dennoch auf
Der TPC Sawgrass stellt die Spieler an der ersten zwei Tagen noch immer vor eine große Herausforderung, aufgrund von Regen in den Tagen vor Turnierbeginn ist die Challenge für die besten Golfer der Welt aber kontrollierbarer. Vor allem bei den Grünschlägen. Dennoch gilt: „Es gibt immer ein paar wirklich gute Ergebnisse und ein paar wirklich schlechte Ergebnisse. Der Spielraum ist hier hauchdünn, ähnlich wie in Augusta oder Bay Hill. Wenn man nur ein bisschen vom Weg abkommt, kann man schnell große Zahlen schreiben”, bringt es der erfahrene Lucas Glover auf den Punkt. Bester Beweis hierfür ist Justin Thomas. Der Sieger von 2021 benötigt in Runde eins 78 Schläge (+6), tags darauf jagt er hingegen den Platzrekord (62 Schläge, -10) und verpasst die 61 erst mit einem Bogey auf Loch 18. Diese 16 Schläge Unterschied von einem Tag auf den anderen sind bei der Players Championship einsamer Rekord.
Bei Sepp Straka läuft das Spiel an den ersten beiden Tagen sehr konstant. Nur vier Fairways verpasst er auf den ersten 36 Löchern. Größter Wehrmutstropfen in Runde eins sind drei Bogeys, zwei davon nach verpassten Par-Putts aus machbarer Distanz auf den letzten vier Löchern der Front Nine. Mit fünf Schlaggewinnen gehört er in Sachen Birdie-Ausbeute aber zu den Top 20 und bringt noch eine 70 (-2) zustande. Die größte Schwachstelle im Vergleich zum Rest des Feldes ist in seinem Spiel auch in Runde zwei der Putter (Strokes Gained: -1,5 Schläge). Allerdings muss er fast nie um das Par kämpfen. Das einzige Bogey des Tages folgt jedoch per Drei-Putt auf Loch 18. Dank fünf Birdies bis Loch 11 kann er sich mit einer 68 (-4) aber in Lauerstellung begeben.
Am Moving Day sorgt das Wetter mit konstanten Starkwind und heftigen Böen allerdings für gänzlich andere Verhältnisse. Vor allem für die Spieler mit einer späteren Startzeit. In den letzten zehn Flights ist eine 70 (-2) von J.J. Spaun das höchste der Gefühle, was ihm sogleich die Führung vor dem Finaltag einbringt. Für manch Kollegen endet der Tag hingegen mit viel Bauchweh. Will Zalatoris geht als Kurzzeit-Führender an den 14. Abschlag und spielt die letzten fünf Löcher neun über Par. Innerhalb einer Stunde liegt er plötzlich zehn Schläge hinter der Spitze. Straka bleibt mit einer 71 (-1) in Lauerstellung für einen Podiumsplatz und geht mit fünf Schlägen Rückstand in die Finalrunde. Vor allem dank einer starken Leistung mit dem Putter in der Hand.
Am Schlusstag verabschiedet sich der Austroamerikaner allerdings bereits zu Beginn aus dem Spitzenfeld. Ein Bogey und gleich zwei Doppelbogeys binnen vier Löcher kosten ihm jegliche Hoffnung. Mit vier Birdies kämpft er sich im Verlauf der Runde zwar noch fast auf Even-Par zurück. Nach einem Bogey auf Loch 18 beendet er das Turnier aber mit einer 74 (+2) auf Platz T14 (-5). Im FedExCup verliert er damit die Führung, bleibt aber auf Rang zwei. In der Weltrangliste erreicht er dafür mit Platz 11 ein neues Hoch und schreibt weiter in den österreichischen Geschichtsbüchern. Rein an gesammelten Punkten im Jahr 2025 ist er sogar der viertbeste Golfer des Jahres!
Die Entscheidung fällt hingegen nicht am Sonntag. Nach einer längeren Gewitterunterbrechung wird das Spiel zwar wieder aufgenommen und alle Spieler beenden ihre Runden. Ein Gleichstand an der Spitze zwischen Spaun und Rory McIlroy verlangt jedoch nach einem Playoff über drei Löcher (überhaupt ist erst zum fünften Mal ein Stechen um den Sieg notwendig). Zuletzt vor zehn Jahren. Das bessere Ende für sich hat dabei der Superstar des Golfsports. Der Nordire profitiert dabei von folgenschweren Fehlern seines Konkurrenten, sodass er trotz zweier Bogeys den Sieg locker mitnehmen kann.
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