
Nationale Offene inkl. Staatsmeisterschaften 2025
In einer hochklassigen Entscheidung krönen sich Christoph Bleier und Katharina Schroll zu den neuen österreichischen Staatsmeistern. Niklas Regner lässt der Konkurrenz in der Pro-Wertung keine Chance und streift 4.500 Euro Preisgeld ein.









Der GC Gut Murstätten präsentierte sich bei den National Offenen Meisterschaften vier Tage lang in Topzustand. Bei hochsommerlicher Hitze und nahezu windstillen Bedingungen - zusätzlich brachten manche Pin-Positions die Spielerinnen und Spieler ins Schwitzen - lieferten sich Österreichs Top-Amateure packende Duelle.
Herren
Unter den besten fünf lagen am Ende gleich vier Spieler aus den Reihen des ÖGV-Kaders – nur ein Überraschungsmann mischte sich dazwischen. Zwei Spieler lieferten sich von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Christoph Bleier übernahm nach Tag eins mit einer 66er-Runde – dank acht Birdies und trotz eines Doppelbogeys – die Führung. Lukas Boandl hielt mit einer 67 dagegen und brachte sich als erster Verfolger in Stellung.
Am zweiten Tag konnten die Amateure nicht ganz an diese Leistungen anknüpfen: Kein Teilnehmer brachte eine Runde unter 70 ins Clubhaus. An der Spitze änderte sich jedoch nichts – sowohl Bleier als auch Boandl notierten Runden von 70 Schlägen. Am „Moving Day“ spielte sich Murstätten-Clubmitglied Gregor Grahsl mit einer makellosen 65 (-7) – der besten Turnierrunde unter den Amateuren – ins Rampenlicht und ins Rennen um die Podiumsplätze. Bleier verschaffte sich mit einer 68 eine kleine Vorentscheidung, während Boandl mit einer weiteren 70 ins Clubhaus kam und mit drei Schlägen Rückstand in die Finalrunde ging.
Am Schlusstag ließ Bleier nichts mehr anbrennen: Ein Doppelbogey zu Beginn der Back Nine sorgte zwar kurz für Spannung, doch mit drei weiteren Birdies und einer 68 brachte er den Sieg ins Ziel – bei gesamt -16 mit zwei Schlägen Vorsprung. Auch dank einem Birdie-Feuerwerk an allen vier Tagen: Insgesamt befinden sich 26 rote Einträge auf seinen Scorekarten. Es ist sein zweiter Staatsmeistertitel nach 2022. Als nächster Schritt folgt für ihn der Wechsel ins Profilager.
Boandl blieb am Finaltag mit einer bogeyfreien 67 fehlerlos, musste sich aber – wie schon 2023 – knapp geschlagen geben und wurde bei gesamt -14 erneut Vize-Staatsmeister. Grahsl startete am Schlusstag mit fünf Birdies auf den ersten sieben Löchern noch einen Angriff, sicherte sich schließlich mit Runden von 72, 70, 65 und 70 Schlägen bei gesamt -11 überraschend Platz drei. ÖGV-Kaderspieler Fabian Lang (69/71/71/67, -10) verpasste das Podest mit einem Schlag Rückstand.
Damen
Auch bei den Damen entwickelte sich im Turnierverlauf ein Zweikampf zweier ÖGV-Kaderspielerinnen. In der Auftaktrunde glänzte jedoch zunächst Marie Witzmann, die mit einer 67 (-5) einen neuen Platzrekord bei den Damen aufstellte (den sie tags darauf wieder abgeben musste). Ihre Leistung blieb in der Folge zu inkonstant, um im Titelrennen mitzuhalten. Ebenfalls unter Par starteten Katharina Schroll (69 – allerdings mit drei Bogeys auf den letzten vier Löchern) und Johanna Janisch (71), die sich an den Folgetagen ein spannendes Duell um den Staatsmeistertitel lieferten.
Janisch zeigte große Konstanz und blieb an allen Turniertagen unter Par. Sowohl in Runde zwei als auch drei notierte sie jeweils eine 71. Schroll blieb in der zweiten Runde mit einer 73 knapp über Par, ging aber dank einer 70 am Moving Day – diesmal mit drei Birdies auf den letzten vier Löchern der Front Nine – mit einem Schlag Vorsprung auf Janisch in die Finalrunde. Mit vier Schlägen Rückstand kämpften Katharina Zeilinger und Julia Bauer um den dritten Podiumsplatz.
Am Schlusstag wechselte die Führung zwischen den beiden ÖGV-Kaderspielerinnen hin und her. Auf der Front Nine musste Schroll zunächst Federn lassen, eroberte die Führung jedoch mit Birdies auf den Löchern 5 (Par 4) und 8 (Par 5) zurück, während Janisch wie am Vortag hier Bogeys notierte. Auf den Back Nine agierte Schroll solide, brachte aber nur noch ein Birdie ins Ziel. Janisch dagegen musste nach einem Bogey auf Loch 11 (Par 4) auf Angriff spielen und belohnte sich mit drei Birdies. Auf Loch 17 stellte sie den Gleichstand bei -6 her.
Die Entscheidung fiel somit erst im Stechen. Vor großem Zuschauerinteresse spielten beide Spielerinnen fehlerfrei – kein Bogey in sieben Extra-Löchern. Nach vergeblichen Anläufen auf den Löchern 18 und 9 ging es auf die Bahnen 10 und 11. Dort setzte sich Schroll schließlich mit einem Birdie auf dem Par 4 von Loch 11 durch und feierte ihren ersten Staatsmeistertitel. Janisch blieb – wie im Vorjahr – der Vize-Titel.
Auch um Bronze fiel die Entscheidung erst nachträglich. Hier entschied allerdings ein „Kartenstechen“ zugunsten von Bauer (75/71/70/72, Even), die in der Finalrunde mit vier Birdies in Serie einen starken Zwischenspurt hinlegte und so ihr zuvor fehleranfälliges Spiel ausglich. Zeilinger (73/72/71/72, Even) musste sich nach ihrem Triumph bei der Internationalen Österreichischen Amateurmeisterschaft 2025 diesmal mit Rang vier begnügen.
Pros & Proetten
Unter den Professionals fiel die Entscheidung klar aus: Challenge- und Asian Development Tour-Profi Niklas Regner (70/63/69/69, -17) überzeugte mit vier Runden unter Par und insgesamt 27 Birdies. Der Steirer gewann am Ende mit acht Schlägen Vorsprung und feierte nach seinem Staatsmeistertitel 2020 den ersten Sieg als Profi bei der National Offenen Meisterschaft. Besonders in Runde zwei unterstrich er mit neun Birdies und einem eingestellten Platzrekord seine Dominanz in dieser Woche. Dank seiner hohen Birdie-Ausbeute konnte er sich am Wochenende sogar zwei Doppelbogeys und fünf Bogeys leisten – und beendete die Meisterschaft eindrucksvoll mit fünf Birdies auf den letzten sechs Löchern. Über 4.500 Euro Preisgeld durfte er sich zusätzlich freuen.
Rang zwei ging an Lukas Lipold (68/69/73/69, -9), der an allen vier Tagen solide spielte und sich dank seiner Konstanz durchsetzte. Moritz Russling (70/71/69/70, -8) lag in der Schlussrunde zwischenzeitlich vor seinem Konkurrenten, fiel jedoch durch ein Bogey auf Loch 14 und ein Doppelbogey auf Loch 15 zurück und belegte schließlich Platz drei.
Eine starke Premiere bei den Professionals feierte auch Johanna Ebner (72/65/73/71, -7). Die zweifache Staatsmeisterin verpasste bei ihrem Debüt das Podium nur knapp – u. a. aufgrund eines späten Bogeys auf der 17. Spielbahn. Mit ihrer fehlerfreien 65 (-7) in Runde zwei stellte sie zudem einen neuen Platzrekord auf, den sie ihrer ehemaligen Teamkollegin nur einen Tag nach deren Bestmarke abnahm. Die zweitbeste Dame distanzierte sie um beeindruckende 24 Schläge. Timon Baltl wurde - auf Platz zwei liegend - während der Finalrunde nach einem Fehlverhalten auf dem Platz disqualifiziert.
Nationale Offene inkl. Staatsmeisterschaften 2025
LivescoringTurniervorschau
Die Nationale Offene inkl. Staatsmeisterschaften wird seit 1978 ausgetragen und ist eines der wichtigsten Golfturniere im Turnierkalender des Österreichischen Golf-Verbands. Ausgetragen wird das Turnier heuer von 07.-10. August, gespielt wird heuer im GC Gut Murstätten. Für die Pros geht es über vier Spieltage um ein Gesamtpreisgeld von stolzen 20.000 Euro. Die österreichischen Amateure und Amateurinnen kämpfen um die Staatsmeistertitel und um die prestigeträchtige Nachfolge einiger nationaler Aushängeschilder wie Markus Brier, Niki Zitny und Bernd Wiesberger oder bei den Damen Nicole Gergely, Sarah Schober und Emma Spitz.
In Sachen Staatsmeisterschaft geht Jakob Lotschak als Titelverteidiger ins Rennen, der sich letztes Jahr - dank einem ausgezeichneten Wochenende - den Titel mit sechs Schlägen Vorsprung sichern konnte. Weitere potentielle Sieg-Kandidaten wollen sich aber nicht einfach geschlagen geben. Allen voran Chrisoph Bleier, der sich 2022 in die Siegerliste eintragen konnte, und kurz vor dem Wechsel ins Profilager steht. Zum Favoritenkreis zählen auch die ÖGV Kaderspieler Fabian Lang, der bislang noch keinen Staatsmeistertitel im Zählspiel (dafür drei im Matchplay) für sich verbuchen konnte, sowie der erfolgreiche College-Golfer Lukas Boandl, der 2023 auf Platz zwei gelandet ist. Fabian Fischer war in den letzten Jahren immer für einen prestigeträchtigen Sieg zu haben und hat erst unlängst den Sieg bei den Austrian Girls & Boys in der Kategorie U21 eingefahren. Gleiches gilt für Nico Anderst in der Klasse U18. Stephan Csöngei, letztes Jahr Vize-Staatsmeister, ist bei den British Boys am Start, kommt daher nicht in Frage. Dafür ist mit David Ennsmann der Bronzemedaillengewinner aus 2024 am Start.
Bei den Damen kann Staatsmeisterin Johanna Ebner ihren Titel aus dem Vorjahr diesmal nicht mehr verteidigen, sie ist - nach zuletzt zwei Titeln in Folge - heuer bereits als Profi am Start. Als Favoritin auf ihre Nachfolge geht ÖGV Kaderspielerin Johanna Janisch ins Rennen, die heuer national als auch international ihre Klasse bereits unter Beweis gestellt hat. Letztes Jahr wurde sie Vize-Staatsmeisterin. Bei der Internationalen Österreichischen Amateurmeisterschaft 2025 konnte sich allerdings Katharina Zeilinger gegen ihre Kaderkollegin durchsetzen, die somit in die Fußstapfen von Ebner schlüpfen könnte, die sich letztes Jahr als vierte Damen beide großen Titel in einem Jahr geschnappt hat. Ein Wörtchen ums Podium mitreden wollen aber auch die weiteren ÖGV Kaderspielerinnen. Sowohl Katharina Schroll als auch Victoria Bauer sind bisher, was die Medaillen betrifft, noch leer ausgegangen.
Bei den mit gesamt (Damen und Herren) 41 Teilnehmenden stark vertretenen Professionals werden den Tourspielern Timon Baltl (Titelverteidiger) und Niklas Regner sehr gute Chancen auf den Sieg zugeschrieben - neben weiteren Tourprofis der Pro Golf Tour. Erstmals als Profi am Start ist neben Johanna Ebner auch Florian Schweighofer. Auch die ehemaligen Champions Lukas Lipold (2021) und Bernard Neumayer (2015) sind mit von der Partie. Zudem sind einige internationale Starter im Feld, die ihrerseits weit vorne landen wollen.
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